Rivne Seminar 2015

 

Im Rahmen des dreitägigen Seminars in Rivne, das vom 5.-7. November 2015 stattfand, trafen mehr als 40 Pädagogen, Journalisten, und diverse zivilgesellschaftliche Akteure von NGOs und Museen aus der Ukraine, Polen, Deutschland und den USA zusammen. Das Programm beinhaltete:

  • ein Treffen mit der jüdischen Holocaustüberlebenden Shelly Weiner, die während des 2. Weltkriegs in Rivne 20 Monate von ihre ukrainischen Nachbarn vor den deutschen Truppen versteckt wurde.
  • die Präsentation des Films über Shelly Weiners Leben mit anschließendem Gespräch mit Shelly Weiner sowie mit dem ukrainischen Historiker Anatoli Podolski
  • Kleingruppenarbeit mit Centropa-Filmen zu jüdisch-ukrainischen Familiengeschichten; Erstellung von Unterrichtseinheiten
  • historische Vorträge von Anatoli Podolski und Maksym Gon
  • Präsentationen von US-amerikanischen, polnischen und deutschen Teilnehmern zum Einsatz von Centropa-Materialien in ihren Städten sowie zur Entwicklung von internationalen Partnerschaften
  • die Präsentation der Gewinner-Filme unseres Trans.History Schülerfilmwettbewerbs
  • eine Netzwerk-Sitzung zur Initiierung von internationalen Partnerschaften

Ehrengast des Seminars war Shelly Weiner aus Greensboro, North Carolina. Während des 2. Weltkriegs wurden Shelly, ihre Mutter, ihre Cousine und ihre Tante von einer ukrainischen Familie im Dorf Miatan bei Rivne versteckt. Centropa produzierte auf der Grundlage ihres Interviews einen Multimediafilm über ihr Schicksal während des Kriegs. Dieser Film wurde am 6.11. erstmals in der ukranischen Version der Öffentlichkeit präsentiert. Die Premiere fand nach einem Gedenkdienst im Sosenki-Wald statt, wo am 5. und 6. November 1941 17.500 Juden aus Rivne (darunter auch Shellys Familie) von deutschen Einsatzgruppen ermordet wurden.
Die US Botschaft in Kiev ermöglichte zudem die Teilnahme von zwei Bildungsexperten aus den USA. RaeLynne Snyder vom Schulbezirk Baltimore, Maryland sowie Barbara Hairfield aus Charleston, South Carolina referierten über Chancen und Herausforderungen für Bürgerrechte im nationalen und internationalen Kontext.

Internationales Festival für andere Bildung. Geschichte. Ideen. Innovationen

Das „Internationale Festival für andere Bildung. Geschichte. Ideen. Innovationen“ war der Abschluss- Event für beide Jugendprogramme der non-formalen Bildung, „Live History Workshop“ und „Civic Engagement Workshop“ sowie für das trans-sektorale Projekt „Trans.history“, welches formale und non-formale Geschichtsbildung kombiniert.
Während des Festivals hatten Teilnehmer die Möglichkeit, Werkzeuge und erfolgreiche Methoden zu erlernen, die in der Arbeit mit örtlichen Gemeinden in der Ukraine, Polen und Weißrussland nützlich sind; sie konnten Akteure des Wandels aus verschiedenen Städten kennenlernen und wurden inspiriert, neue Formate im Umgang mit Geschichte sowie mit ihren Gemeinden und Städten zu erarbeiten.

Trans.History während des Festivals:

6. November 2015 – 14:30-15:30
Gedenkveranstaltung im Sosenki-Wald. Reden von Shelly Weiner, Anatoly Podolsky und Rabbi Schneerson.

6. November 2015 2015 – 16:00-17:00
Filmpräsentation „Return to Rivne“ als Teil des Trans.History Projekts. Publikums-Diskussion.

6. November 2015 2015 – 19:30
Trans-sektorales Treffen von formalen und non-formalen Bildungsakteuren. Austausch von Methoden und Werkzeugen. Moderiert von Ivanna Chupak (Insha Osvita) und Malwina Fendrych (MitOst).

Ort:
Cinema „Ukraine“, Independence Square, 2 | UA transcription: Kinopalats “Ukrayina”, maydan Nezalezhnosti, 2


Gefördert von:

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Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
Kiew, Ukraine

Herzlichen Dank an die Botschaft der Vereinigten Staaten in Kiew für die Unterstützung.


— Taras Kovalczuk